Ich hätte nicht gedacht, dass mein Outfit beim Möbelaufbau eine Rolle spielen würde. Es gab keinen praktischen Grund, meinen Latex-Catsuit auszuziehen, nur weil ich ein Regal montierte und strich. Also behielt ich ihn an.
Früher habe ich Möbel im Schlabberlook aufgebaut. Es war rein funktional und oft monoton. Dieselbe Arbeit in einem strukturierten, bewussten Outfit zu erledigen, verändert die Wahrnehmung der Aufgabe. Der Kontrast zwischen einem klaren Erscheinungsbild und einer alltäglichen Tätigkeit macht den Prozess bewusster.
Mit Ballet Heels auf dem Boden herumzukriechen ist ungewohnt. Bewegungen in Bodennähe erfordern mehr Aufmerksamkeit und Balance, und Knien sind weniger angenehm als Gehen. Viel mehr Spaß macht es, in den Ballet Heels durch den Raum zu laufen. Irgendwann stellte ich fest, dass ich Schrauben und einen Akku-Bohrschrauber auf der anderen Seite des Raumes liegen gelassen hatte. So musste ich mehrmals aufstehen und in die Ballet Heels hineinlaufen. Ob absichtlich oder nicht – diese Unterbrechungen machten die Arbeit weniger eintönig.
Beim Streichen waren die Ballet Heels von Vorteil. Ohne Leiter kam ich deutlich höher an die Wand und das Regal heran als sonst. Sie verlängerten meine Körpergröße effektiv und ersparten mir zusätzliche Hilfsmittel. Auf einer Leiter in Ballet Heels zu stehen fühlte sich zwar etwas wackelig an, aber die Herausforderung hatte ihren Reiz. No risk, no fun.
Auch der Latex-Catsuit erwies sich als praktisch. Farbtropfen zogen nicht ins Material ein und hinterließen keine bleibenden Flecken. Sie ließen sich einfach von der glatten Oberfläche abwischen. Statt mir Sorgen um verschmutzte Kleidung zu machen, konnte ich mich vollständig auf saubere und präzise Arbeit konzentrieren.

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