Bett, Body & Stulpen

Ich habe auf dem Teppich vor meinem Bett herumgealbert und ein paar Dehnungen sowie Hand- oder Ellbogenstände ausprobiert. Das mache ich oft, wenn ich vom Balletttraining nach Hause komme. Ich bin zu verschwitzt, um direkt ins Bett zu gehen, aber zu müde, um sofort mit dem restlichen Abend zu beginnen. Also lande ich auf dem Teppich – irgendwo zwischen Erschöpfung und Pause – und versuche, genug Energie zu sammeln, um duschen zu gehen und etwas zu kochen.

Dieser Platz auf dem Boden ist zu einer Übergangszone geworden. Es ist mein kleiner Raum zwischen strukturiertem Training und normalem Alltag. Im Studio ist alles präzise und diszipliniert. Auf dem Teppich wird diese Strenge weicher. Mein Kopf wechselt von Korrektur und Kontrolle zu Neugier und Spiel.

Nach einer Weile kommt meist Langeweile auf. Anstatt aufzuhören, lasse ich mich davon leiten. Ich beginne, ungeplante Bewegungen, ungewöhnliche Formen und Dehnungen auszuprobieren, die zu keiner festen Routine gehören. Manche wirken unbeholfen, andere überraschend effektiv. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Ausprobieren.

Es ist halb Training, halb Herumprobieren. Ich aktiviere weiterhin meine Muskeln, teste mein Gleichgewicht und bewege mich durch kontrollierte Positionen, jedoch ohne Leistungsdruck. Wenn ich schließlich aufstehe, hat sich die Müdigkeit in Antrieb verwandelt. Die Zeit auf dem Teppich wird zur Brücke in den restlichen Abend.

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