Nach der Barre-Arbeit blieb ich in derselben Kleidung und ging ins Dehnen über. Der farbige Latexbody, die Spitzenschuhe noch an den Füßen, kein Grund, irgendetwas zu wechseln.
Dehnen in Spitzenschuhen gehört einfach zur Routine. Der Schuh hält den Fuß an Ort und Stelle, deshalb fühlt sich die Spannung in Wade und Knöchel anders an als in weichen Schuhen. Sie verteilt sich anders, zieht weiter ins Bein hinauf, und man arbeitet damit statt dagegen. Es braucht etwas mehr Geduld, die richtige Position zu finden, aber wenn man einmal dort ist, ist die Dehnung klar und direkt.
Das Latex fügte seine gewohnte Rückmeldungsebene hinzu. Beim Vorwärtsbeugen, beim Bewegen in Dehnung, zieht das Material über den Rücken und erinnert an die Ausrichtung der Wirbelsäule. Man denkt nicht groß darüber nach, es ist einfach da, eine stille Erinnerung, ausgerichtet zu bleiben. Die Kompression um den Torso machte es leichter zu erkennen, wenn das Zentrum nachgab oder die Schultern anfingen, sich einzurollen. Kleinigkeiten, die in lockerer Kleidung leicht übersehen werden.
Beim Dehnen gab es keine Eile. Jede Position etwas länger halten, hineinatmen und den Körper zur Ruhe kommen lassen. Die Kombination aus strukturiertem Schuh und eng anliegendem Latex hielt die Körperwahrnehmung aus der Barre-Arbeit wach, auch als das Tempo langsamer wurde.
Es war ein ruhiger, konzentrierter Abschluss der Einheit. Das Dehnen in diesem Setup fühlte sich wie eine natürliche Fortsetzung von allem Vorherigen an, dieselbe Absicht, dieselbe Körperwahrnehmung, nur langsamer.

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